Messenger-Dienste - die Qual der Wahl

Mitglied: kathaH

kathaH (Level 1) - Jetzt verbinden

2021/01/13, aktualisiert 2021/01/14, 776 Aufrufe, 6 Kommentare, 6 Danke

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Seitdem das Smartphone zum täglichen Begleiter vieler Menschen geworden ist, hat sich die Art des Kommunizierens drastisch verändert. SMS war gestern. Kommunikation via Messenger und der dazugehörigen Features wie Voice-Notes, Video-Calls oder Gruppenchats sind zweifelsohne der Status Quo unserer heutigen Zeit. Gleichwohl sind Messenger-Dienste zum Inbegriff der digitalen Kommunikation des 21. Jahrhunderts geworden. Entscheidend bei der Frage, welcher Messenger am besten zu einem passt, gilt es die Vor- und Nachteile genaustens abzuwägen.

Der mit Abstand größte und weit verbreitetste Messenger Dienst ist WhatsApp. Keine andere App kann abgesehen von Gaming Apps weltweit mehr Nutzer aufweisen. Inzwischen beläuft sich die Zahl der aktiven Nutzer auf über 2 Milliarden Menschen. Dieser enorme Verbreitungsgrad lässt sich auch ganz einfach bei einem Blick auf das eigene Handy überprüfen. So dürften bei vielen Smartphonebesitzern, Kontakte, die kein WhatsApp benutzen, deutlich in der Unterzahl sein. Doch die Beliebtheit von WhatsApp wird leider immer wieder von Bedenken über mangelnden Datenschutz getrübt. Und das nicht erst, seit der Tech-Gigant Facebook die Firma im Jahr 2014 für schlappe 19 Milliarden US-Dollar aufkaufte.

Datenkrake WhatsApp?


Auf der eigenen Unternehmens-Webseite von WhatsApp heißt es diesbezüglich unter anderem: "Eine starke Verschlüsselung ist für unser modernes Leben zur Notwendigkeit geworden. Bei der Sicherheit werden wir keine Kompromisse eingehen, denn das hieße, die Sicherheit von Menschen zu gefährden“. Sicherlich hat das Unternehmen in Punkto Verschlüsselung in den vergangen Jahren Fortschritte erzielt. So werden mittlerweile alle Nachrichten standartmäßig mit der sogenannten Ende-zu-Ende-Verschlüsselung versehen. Doch wenn man den neusten Entwicklungen in Sachen Datenschutz ins Auge blickt, dürften viele WhatsApp-Nutzer bald erneut vor die Frage gestellt sein, ob der Messenger ihren Ansprüchen für Datenschutz noch gerecht wird.

Demnach werden die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) einer nicht unerheblichen Anpassung unterzogen. Wer dieser Tage die beliebte App öffnet, sieht mitunter folgenden Hinweis: “WhatsApp aktualisiert seine Nutzungsbedingungen und seine Datenschutzrichtlinie“. Wenn bis zum 8. Februar keine Zustimmung erfolgt, kann die App nicht weiter genutzt werden. Die Ankündigung löste einen Sturm der Entrüstung unter den Nutzern aus. Auch sämtliche deutsche Medien sahen die Gefahr durchaus gegeben, dass WhatsApp sich das Einverständnis einhole, um Nutzerdaten mit dem Mutterkonzern Facebook zu teilen, wohlmöglich auch zu Werbezwecken. Doch der Teufel steckt wie so oft im Detail. Denn in Wirklichkeit passt WhatsApp die Informationen an, auf welcher Rechtsgrundlage Daten verarbeitet werden. Darüber hinaus werden Teile der Passagen überarbeitet, die Auskunft zur Kommunikation mit Unternehmen geben.

Zum besagten Sturm der Entrüstung hat das Unternehmen letztlich selbst erheblich beigetragen. Denn es stellte unterschiedliche Versionen seiner Datenschutzrichtline sowie den Nutzungsbedingungen zur Verfügung, was bei vielen Nutzern zur Verwirrung geführt hat: Eine für die europäische Region und eine für die Menschen, die außerhalb dieser Region zu Hause sind. Ohnehin genießen EU-Bürger durch die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) einen besonderen Schutz vor dem stetig wachsenden Datenhunger von Tech-Giganten Facebook (WhatsApp). So erhält Facebook als Mutterkonzern zwar Zugriff auf Nutzerinformationen wie Kontakte aus dem Telefonbuch oder die Telefonnummer. Allerdings dürfen diese nicht dazu verwendet werden, um personalisierte Anzeigen zu schalten oder Facebook-Produkte zu verbessern, sondern lediglich um Spam und Missbrauch zu verhindern. Für alle anderen Nutzer außerhalb der EU sieht es eindeutig weniger rosig aus. Hier steht es für das Unternehmen ganz oben auf der Agenda, Nutzerdaten mit Drittunternehmen oder zu Marketingzwecken zu teilen, indem beide Dienste noch enger miteinander verknüpft werden.

Es mangelt nicht an Alternativen


Wer spätestens jetzt mit dem Gedanken spielt WhatsApp endgültig den Rücken zuzukehren, dem mangelt es keinesfalls an sicheren Alternativen. Wenn selbst Edward Snowden seine Empfehlung für den Einsatz von Signal ausspricht, kann eigentlich nichts mehr schief gehen. Die Rede ist von Signal. Der Messenger-Dienst gilt nicht ohne Grund als der sicherste der Welt. Die Open-Source-Software wurde vielfach getestet und für äußerst sicher befunden. Nachrichten lassen sich zudem per Klick selbst zerstören und die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung von Nachrichten gehört zum Standard.

Auch beim Messenger-Dienst Threema wird Sicherheit Groß geschrieben. Ende-zu-Ende-Verschlüsselung wird hier ebenfalls angewandt und sämtliche Nutzerdaten verbleiben auf europäischen Boden – genauer gesagt in der Schweiz. Hier befinden sich laut der Entwickler sämtliche Server, was als Garant für die Gewährleistung von Sicherheit und Datenschutz steht. Allerdings lässt sich die Firma diese Garantie auch etwas Kosten. Die Nutzungskosten belaufen sich auf 4 Euro. Seit Ende Dezember 2020 ist die Threema-App zudem als Open Source verfügbar.

Eine andere Alternative, die momentan immer wieder in die Schlagzeilen gerät, ist Telegram. Allerdings sind die Schlagzeilen weniger von positiver Natur. Hauptausschlaggebend dafür ist ein Feature des Messengers, das die Erstellung von Gruppen mit bis zu 200.000 Teilnehmern ermöglicht. Dies wiederrum hat die App in der jüngsten Vergangenheit vor allem zum Sammelbecken von gewaltbereiten Corona-Leugnern, und Verschwörungstheoretikern verkommen lassen. Warum dagegen seitens der Entwickler nichts unternommen wird, bleibt ihr eigenes Geheimnis. Auch bezüglich der Sicherheitsanforderungen kann es nicht mit Signal und Threema mithalten. Hier werden nämlich nur geheime Chats mit der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung versehen.

Kürzlich vermeldeten Signal und Threema neue Rekorde bei den Zahlen der Nutzer. Die stark gestiegene Beliebtheit der Apps dürfte nicht nur mit den beschriebenen Entwicklungen bei WhatsApp zusammenhängen, sondern auch mit dem allgemein gestiegenen Bedürfnis nach Datenschutz und Sicherheit der Nutzer. Ob Verbreitung, Datenschutz, Design oder Handhabbarkeit. Welche App für welchen Nutzer die meisten Vorteile bringt, dürfte sich auch in Zukunft stark an den eigenen Bedürfnissen orientieren.

Katharina Sophie Hübener
Mitglied: IT-Prof
2021/01/14 um 14:18 Uhr
Ich habe privat kein Facebook, WhatsApp und Instagram.
Ich kann damit gut leben.

Der Umstand, dass WhatsApp z. B. das Adressbuch zu Facebook kopiert und man dazu von jedem Adressaten die Zustimmung bräuchte, macht diese App unbenutzbar.
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Mitglied: beidermachtvongreyscull
2021/01/14, aktualisiert um 15:19 Uhr
Zitat von kathaH:

Datenkrake WhatsApp?


Ausgerechnet da steht ein Fragezeichen?!
Es gibt Leute, denen kann man echt nicht mehr helfen...
BIN DRAUẞEN!
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Mitglied: firefly
2021/01/14, aktualisiert um 15:45 Uhr
Es gibt Leute, denen kann man echt nicht mehr helfen...
BIN DRAUẞEN!

Das ist auch gut so, denn den Abschnitt mit der DSGVO in Europa hast du wohl gar nicht gelesen:

So erhält Facebook als Mutterkonzern zwar Zugriff auf Nutzerinformationen wie Kontakte aus dem Telefonbuch oder die Telefonnummer. Allerdings dürfen diese nicht dazu verwendet werden, um personalisierte Anzeigen zu schalten oder Facebook-Produkte zu verbessern, sondern lediglich um Spam und Missbrauch zu verhindern.

Das Fragezeichen passt hier prima, faktisch dürfte Facebook nach DSGVO die Daten nicht verwenden, praktisch wird das evtl. doch passieren. Ob sie es machen oder nicht weiß man nicht genau, es wird lediglich vermutet.

Gruß
firefly
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Mitglied: IT-Prof
2021/01/14 um 19:34 Uhr
Bevor man eine Pseudodiskussion in diese Richtung anfängt... Sollte man bedenken...

Facebook hat weltweit gegen die Auflagen bezüglich der Genehmigung zum Kauf und Integration von WhatsApp verstoßen.

Egal was Facebook behauptet, grundsätzlich muss man davon ausgehen dass es immer unwahr ist. Und erst wenn sie sich dabei erwischen lassen, vielleicht etwas passiert.

Wir sollten die Verfahren in den USA zur Zerschlagung von Facebook im Auge behalten und hoffen dass es zwar finalen Zerschlagung kommt.

Außerdem sollte sich jeder im Klaren darüber sein dass sowohl privat als auch gewerblich die Nutzung der App WhatsApp ein rechtliches Risiko darstellt. Es gibt sensible Bereiche, wo Leute ihre Adressbücher mit Facebook teilen und gar nicht wissen welcher Ärger droht.
Bitte warten ..
Mitglied: wiesi200
2021/01/15 um 10:40 Uhr
Zitat von beidermachtvongreyscull:

Zitat von kathaH:

Datenkrake WhatsApp?


Ausgerechnet da steht ein Fragezeichen?!
Es gibt Leute, denen kann man echt nicht mehr helfen...
BIN DRAUẞEN!

Eigentlich selbst schuld. Der Text ist gut aufgebaut und man merkt einen Journalistischen Hintergrund. Da macht man eben so Aufreiser Überschriften.


Für mich ist zwar das Thema weniger von Interesse, aber da hier auch keine Werbung gemacht wurde würd's mich doch freuen wenn noch der eine oder andere zusätzliche Artikel hier kommt
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Mitglied: it-frosch
2021/01/15, aktualisiert um 16:11 Uhr
Hallo Katherina,

das Thema ist sehr komplex und es gibt einen sehr guten Blog, der das tief ausleuchtet.
Kuketz Blog - Artikelserie Messenger

Dieser sei jedem empfohlen, der sich mit dem Thema beschäftige will oder muss.
Für Freunde oder Kollegen mit der Frage "was soll ich denn nun nehmen?" gibt
Anregung zum Umsteigen

und für näher interessierte hier eine sehr gute Übersicht:
Messenger Übersicht


Grüße vom it-frosch
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